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Warum ein Logo Design nicht "gefallen" muss


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Ein Logo Design muss nicht "gefallen".


Zugegeben, das ist eine gewagte Aussage. Am Ende dieses Blog-Artikels werden Sie dieser Aussage jedoch zustimmen.


Okay, wenn ein Logo Design nicht "gefallen" muss, was muss es denn dann tun? Ein Logo Design muss ein Bauchgefühl, eine Emotion, erzeugen, flexibel in den unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten funktionieren und - am allerwichtigsten - einen maximalen Wiedererkennungswert haben. Mit persönlichem Geschmack hat all das nichts zu tun.


Wenn wir ein Brand Design entwickeln, sind grundsätzlich immer drei bis fünf Logo-Entwürfe inkludiert, die allesamt in unterschiedliche Richtungen gehen, aber natürlich alle auf dem Briefing (den Anforderungen des Kunden) basieren. Nach ein paar Feedback-Runden mit dem Kunden wird am Ende ein Logo-Entwurf reingezeichnet und finalisiert.


Und hier geht es nicht um den persönlichen Geschmack?


Am besten geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in den Alltag eines Teilzeit-Psychologen … ähm … einer Design-Agentur.



 


AUS DEM LEBEN EINES BRAND DESIGNERS


Anfrage des Kunden: „Wir haben in Eigenregie ein Logo gezeichnet - siehe Foto im Anhang. Wir wissen natürlich, dass das nicht seriös aussieht, das kann man nicht als Logo verwenden. Deshalb wenden wir uns an Sie für ein Brand Design mit allem Drum und Dran. Wir arbeiten in einem sensiblen Bereich, unsere Marke muss einfach professionell aussehen, alles muss stimmig sein und zusammen passen. Ein konsistenter Markenauftritt eben.“


In einem Meeting wird das Briefing durchgeführt, quasi Anforderungen und Besonderheiten der Marke werden abgeklärt. Zwei Wochen später werden mehrere Logo-Entwürfe an den Kunden geliefert.


Kunde: „Uns gefallen die Logo-Entwürfe sehr gut. Mein Team und ich sind total begeistert und überwältigt, ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass es so gut werden könnte. Es ist genau das, wonach wir gesucht haben! Nun schwanken wir zwischen Version A und B. Ich gebe Ihnen in den kommenden Tagen Bescheid, was es wird.“


3 Tage später.


Kunde: „Meiner Feng-Shui-Beraterin gefällt A, aber B und C gefallen ihr gar nicht. Sie würde eine Mischung aus D und A machen.“


1 Tag später.


Kunde: „Ich habe nun auch meine Sekretärin gefragt, ihr gefallen B und C, aber A und D nicht. Sie würde eine Mischung aus B und C machen. Und meinem Neffen gefällt gar nichts. Er könnte sich aber D vorstellen, wenn es ein bisschen mehr wie B aussieht und man den rechten Schnörkel von C noch mitnimmt.“


2 Tage später.


Kunde: „Ich schließe mich meiner Feng-Shui-Beraterin an, wir nehmen A.“


4 Tage später.


Kunde: „Die Meinung meiner Feng-Shui-Beraterin ist nicht mehr wichtig. Auch die Sub-Logos für die einzelnen Outlets brauchen wir nicht mehr.“


Ein weiteres Meeting findet statt um den Kunden zu beraten, die Logo Entwürfe anhand seiner Anforderungen (Briefing) noch einmal im Detail zu erläutern und um dem Kunden Klarheit zu geben. Das Briefing wird plötzlich geändert. Dinge, die im ursprünglichen Briefing wichtige Anforderungen an die Marke waren, werden nun gestrichen, neue Anforderungen kommen hinzu. Außerdem soll das Gefühl, das mit dem Logo vermittelt werden soll, nun ein etwas anderes sein als zuvor.


2 Wochen später werden neue Logo Design Entwürfe geliefert.


Kunde: „Mir gefällt E und F am besten. Den Geschmack meiner Sekretärin trifft es aber nicht. Wir haben mal etwas auf Papier gezeichnet, ich schicke es Ihnen im Anhang. Können Sie das verwenden?“


Der gezeichnete Entwurf des Kunden ist dem ursprünglichen Entwurf, den der Kunde im Zuge seiner Anfrage an den Designer geschickt hat, sehr ähnlich. Der Designer berät den Kunden hinsichtlich Einschränkungen und schlechter Funktionalität des Entwurfs sowie des nicht vorhandenen Wiedererkennungswertes.


Kunde: „Es soll bewusst nicht professionell aussehen. Ein einheitlicher Markenauftritt ist mir überhaupt nicht wichtig.“



 


Was sich hier liest wie eine Seifenoper, ist (Gott sei Dank selten, aber doch hin und wieder) Realität im Alltag von einem Brand Designer bzw. einer Design Agentur.


Natürlich ist eine Logo Design Entwicklung kein schneller Akt, der in wenigen Stunden über die Bühne geht. Logo Design ist eine komplexe Angelegenheit und ist dennoch auf ein ganz klares Ziel fokussiert: die Botschaft einer Marke perfekt zu präsentieren, mit maximalem Wiedererkennungswert bei gleichzeitig optimaler Flexibilität in diversen Einsätzen.


Wie Sie am obigen Beispiel jedoch unschwer erkennen können, wird die Zweckmäßigkeit des Logos, eine im Briefing definierte Markenbotschaft zu transportieren, von manchen Menschen völlig außer Acht gelassen. Das Ego und der „persönliche Geschmack“ wird über die Markenbotschaft gestellt.


Wenn dann noch Unentschlossenheit dazukommt (eine negative Eigenschaft für jeden Unternehmer), ist das Resultat immer: Ein unnötig langwieriger Designprozess, eine zeitliche Verschiebung auf unbestimmte Zeit und ein enorm teures Brand Design, das viel zu viel Geld verschlungen hat. Ganz zu schweigen von den Steinen, die sich der Kunde mittel- und langfristig damit selbst in den Weg legt.



Brand Designer sind also in der Tat hin und wieder wie Psychologen, die ihre Kunden manchmal vor sich selbst schützen müssen - im Interesse des Kunden und seines Unternehmens.


Ein Logo Design muss eine Aufgabe erfüllen. Diese Aufgabe ist eine Marke wiedererkennbar, professionell und konsistent in die Welt hinaus zu tagen. Die Aufgabe ist nicht den persönlichen Geschmack des Geschäftsführers zu treffen.



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