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China durch die Linse eines Brand Designers

  • vor 26 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Während meiner Rundreise durch China – von Peking über Xi'an, Guilin, Yangshuo und Chengdu bis nach Shanghai – habe ich nicht nur Tempel, Paläste und beeindruckende Landschaften fotografiert.


Traditioneller chinesischer Pavillon mit geschwungenem Dach, umgeben von Bäumen und Besuchern im grünen Garten.
Ein Teepavillon in der verbotenen Stadt (Kaiserpalast) in Peking (Copyright: Helene Clara Gamper)

Mindestens genauso oft blieb ich in Supermärkten, kleinen Geschäften oder Einkaufszentren stehen, weil mir Verpackungen, Marken oder ungewöhnliche Produkte ins Auge fielen.


Hier sind einige Eindrücke, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.



Internationale Marken – und doch irgendwie anders


Getränkeregal im Supermarkt mit bunten Dosen: rote, grüne und blaue Pepsi-, Monster- und Tsingtao-Dosen mit chinesischen Preisschildern.

Pepsi begegnet einem auch in China an jeder Ecke. Trotz der chinesischen Schriftzeichen ist die Marke sofort ersichtlich – auch wenn man des Chinesischen nicht mächtig ist (so wie ich). Es zeigt sich wieder einmal: Ein professionelles Corporate Design wirkt immer und überall.



"Fanta" in chinesischer Variante


Orange Dose mit großem chinesischem Schriftzug in Hand über Esstisch mit Bechern und Schalen.

Auch bekannte Marken wie Fanta bzw. deren chinesische Marktbegleiter passen sich dem lokalen Markt an. Ich habe ehrlich gesagt nicht hinterfragt, ob es sich hier um eine "echte" Fanta handelt oder um eine chinesische Kopie. Die markanten Farben sowie die blaue Schriftkontur der weißen Schrift lassen keinen Zweifel, dass es sich hier um ein Getränk handelt, das wie Fanta schmeckt.


Jasmintee-Bier? Warum eigentlich nicht.


Getränkedosen mit Blumenmotiv; mittlere Dose mit Aufschrift JASMINE TEA PILSNER und chinesischen Schriftzeichen im Regal.

Eines der ungewöhnlichsten Produkte, das ich entdeckt habe, war ein Bier mit Jasmintee. Ob es geschmacklich überzeugt, kann ich nicht beurteilen (ich trinke keinen Alkohol) – neugierig gemacht hat es mich aber sofort.


Chinesisches Weißbier mit deutscher Anmutung


Bunte Spirituosenflaschen an einer Bar, darunter CHINESE WEISSBIER und chinesisch beschrifteter Baijiu, im Neonlicht.

Besonders spannend fand ich diese Weißbier-Verpackung. Eine "typisch deutsch anmutende" Schrift, die passende Farbwelt und klassische Gestaltungselemente erinnern sofort an deutsche Brauereien.


Man erkennt auf den ersten Blick, welche Herkunft und Qualität die Marke vermitteln möchte – obwohl das Produkt aus China stammt.



Supermärkte als Inspirationsquelle


Ich hätte vermutlich Stunden damit verbringen können, einfach nur durch chinesische Supermärkte zu gehen.


Zwischen vertrauten Weltmarken und völlig unbekannten Produkten gab es ständig etwas zu entdecken – ungewöhnliche Verpackungen, spannende Farbkombinationen oder einfach Produkte, die man in Europa kaum findet.




Kleine Details am Wegesrand


Nicht alles, was ich fotografiert habe, war ein Produkt. Oft waren es kleine Dinge im Alltag – eine auffällige Beschilderung, interessante Schriftzüge oder liebevoll gestaltete Läden –, die mir im Vorbeigehen aufgefallen sind.


Straßenschild an Kreuzung mit 鲜鱼口街 und CHANGXIANGTOUTIAO; zwei Fußgänger gehen unter blauem Himmel.
Blick in eine U-Bahn mit Linienkarte, chinesischen Stationsnamen und roter LED-Anzeige über der Tür.
Roboter-Getränkekiosk im Park mit leuchtenden Menüs; Schild 智雪冰坊机器人饮品站, Kunde rechts am Stand.
Innenraum einer U-Bahn mit Liniennetzplan von Chongqing; Warnaufkleber an Türen, Fahrgäste unten, grüne Landschaft draußen.
Man beachte die grünen und gelben WC-Icons der jeweiligen U-Bahn-Stationen: So werden öffentliche Toiletten innerhalb und außerhalb der U-Bahn-Station markiert.
Große chinesische Kalligrafie in Schwarz auf weißer Wand, mit roten Siegeln; unten links schaut eine Person ins Bild.
Schwarze Silhouettenfiguren an weißer Wand neben Steinmauer, als Wandkunst im Freien, leicht schräger Blick.
Panda-Base-Schild mit bunten Panda-Eis am Stiel; Schrift: kulturelles Eis, Sorten 25 ¥.
Fassadenansicht eines CHAGEE-Ladens mit rotem Logo, großem Schriftzug und Sonnenschirm unter blauem Himmel.
Immer in der Nähe eines US-amerikanischen Starbucks findet sich die chinesische Variante Chagee.
Bunte chinesische Eintrittskarte mit QR-Code und Text auf beigem Stoffhintergrund.

Ein aufklappbarer Flyer für ein Freilufttheater in Guilin in der Form der berühmten Kegelberge von Guilin.

Panorama aus grünen Karstbergen, Fluss und kleinen Dörfern unter wolkigem Himmel; friedliche Landschaft.
Die Berge von Guilin (Copyright Foto: Helene Clara Gamper)

Blaues Rundschild mit weißem Drei-Schluchten-Damm-Logo an weißer Wand, darüber hängende grüne Blätter.
Interessantes Logo des Drei-Schluchten-Damms am Yangtsee-Fluss


Fazit

China hat mich nicht nur landschaftlich und kulturell beeindruckt, sondern auch im Alltag überrascht.


Viele bekannte Marken wirken durch die chinesische Sprache und die Schriftzeichen auf den ersten Blick völlig fremd. Trotzdem erkennt man bei allen Produkten sofort, worum es sich handelt – sei es Pepsi, Fanta (oder das chinesische Pendant?) oder viele andere internationale Marken. Ein schönes Beispiel dafür, wie stark ein konsistenter Markenauftritt über Sprachgrenzen hinweg funktioniert. Nur bei Red Bull musste ich tatsächlich zweimal hinschauen.


Gleichzeitig entdeckt man Produkte, auf die man hierzulande wahrscheinlich nie stoßen würde – etwa Jasmintee-Bier oder chinesisches Weißbier mit einer Gestaltung, die sofort an Deutschland erinnert.


Für mich gehören genau diese kleinen Beobachtungen zu den schönsten Erinnerungen einer Reise. Sie zeigen, dass man spannende Inspirationen oft dort findet, wo man sie am wenigsten erwartet: beim Schlendern durch einen Supermarkt oder auf dem Weg durch eine fremde Stadt.

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